Immobilien Nordost.

Ratgeber | Stand September 2026

Was kostet ein Makler in Neubrandenburg?

Die kurze Antwort: In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Provision üblicherweise zwischen fünf und sieben Prozent des Kaufpreises, einschließlich Mehrwertsteuer. Seit Ende 2020 teilen Käufer und Verkäufer sie in aller Regel.

Die längere Antwort ist interessanter, denn die Provision ist nur ein Teil der Kosten. Und seit ein paar Jahren gilt eine neue Regel.

Wer zahlt seit dem Bestellerprinzip?

Bis Dezember 2020 trug der Käufer vielerorts die gesamte Provision, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hatte. Seitdem gilt eine klare Regel für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, die an Verbraucher verkauft werden. Wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens die Hälfte.

Praktisch heißt das: halbe halbe. Der Verkäufer kann seinen Anteil nicht mehr auf den Käufer abwälzen. Und der Käufer zahlt erst, wenn der Verkäufer nachweislich gezahlt hat.

Für vermietete Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte und Grundstücke gilt die Regel nicht, dort bleibt die Aufteilung frei verhandelbar.

Eine Beispielrechnung

Bei einem Einfamilienhaus für 220.000 Euro und einer Gesamtprovision von sechs Prozent inklusive Mehrwertsteuer:

Die Provision wird fällig, wenn der Kaufvertrag notariell beurkundet ist, nicht schon bei der Besichtigung und nicht bei einer Absichtserklärung.

Was sonst noch anfällt

Für den Käufer kommen zur Provision die übrigen Kaufnebenkosten hinzu, und die werden regelmäßig unterschätzt:

Zusammen mit dem hälftigen Provisionsanteil landet ein Käufer damit schnell bei zehn bis zwölf Prozent zusätzlich zum Kaufpreis. Das ist der Betrag, den Banken üblicherweise nicht mitfinanzieren und der aus Eigenkapital kommen muss.

Ein Tipp spart bares Geld. Bewegliches Inventar wie eine Einbauküche gehört gesondert und nachvollziehbar in den Kaufvertrag, mit einem eigenen Betrag. Darauf fällt keine Grunderwerbsteuer an. Das spart schnell einen vierstelligen Betrag.

Wann sich ein Makler rechnet

Die Provision ist kein Selbstzweck, sondern eine Rechnung mit zwei Seiten. Auf der Kostenseite steht ein Betrag, den jeder ausrechnen kann. Auf der anderen Seite stehen Dinge, die schwerer zu beziffern sind.

Wenn Ihre Immobilie in gefragter Lage steht, der Käufer praktisch feststeht und Sie Zeit haben, kann der Privatverkauf die bessere Wahl sein. Die Rechnung kehrt sich schnell um, wenn Sie berufstätig sind oder das Objekt erklärungsbedürftig ist. Und erst recht, wenn Käufer aktiv gesucht werden müssen.

Kurz gefragt

Wie hoch ist die Maklerprovision in Mecklenburg-Vorpommern?

Üblich sind fünf bis sieben Prozent des Kaufpreises einschließlich Mehrwertsteuer. Bei einem Haus für 220.000 Euro und sechs Prozent sind das 13.200 Euro insgesamt, von denen Käufer und Verkäufer je 6.600 Euro tragen.

Wer zahlt den Makler beim Hausverkauf?

Seit Dezember 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, die an Verbraucher verkauft werden. Wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens die Hälfte. Der Käufer zahlt erst, wenn der Verkäufer nachweislich gezahlt hat.

Wann wird die Provision fällig?

Mit der notariellen Beurkundung des Kaufvertrags. Nicht bei der Besichtigung und nicht bei einer Absichtserklärung.

Geschrieben von Dr. Claudius Thelen, Postdoc für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Greifswald, drei Jahre Immobilien- und Finanzierungsvermittlung in Rostock, Eigentümer von fünf Objekten in Mecklenburg-Vorpommern.